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Auf der Suche nach dem Heil in der Ferne

1860 - 1880
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts herrscht in Teilen der Balgacher Bevölkerung Arbeitslosigkeit und Armut. Die Landwirtschaft rentiert nicht mehr, und das nicht nur wegen der häufigen Überschwemmungen in diesen Jahren. Viele Bauern sehen in ihrem Dorf keine Perspektive mehr und denken an Auswanderung. Der amerikanische Kontinent lockt, insbesondere die USA, wo es nach dem Ende des Sezessionskrieges an allen Ecken und Enden an Arbeitskräften mangelt.

Die Ortsgemeinde Balgach, die für die Existenzsicherung der Armengenössigen aufkommen müsste, sieht hier eine einfache und kostengünstige Lösung für ein Problem, das teuer zu werden droht. So unterstützt sie ausreisewillige Familien aktiv bei der Umsetzung ihrer Migrationspläne. Die Auswanderer erhalten sowohl die Verpflegung für die gefährliche Schiffsreise als auch ein Startkapital, das ihnen aber erst bei der Ankunft am Reiseziel ausbezahlt wird. 1863 reist eine Schar von 17 Balgachern nach Uruguay aus. Zwischen 1866 und 1868 sind 27 Auswanderer aus Balgach aktenkundig. Ab den 1880er-Jahren flaut die Auswanderungswelle dann markant ab. Die Stickerei ist mittlerweile so Gewinn bringend, dass sich eine Auswanderung nicht mehr aufdrängt.